15 ärgerliche Fehler, die du beim Obstbaumschnitt vermeiden solltest

Eigentlich wolltest du deinem alten Obstbaum etwas Gutes tun, eigentlich…

Denn du hast gelesen, dass ein Obstbaumschnitt ihm hilft, besseres Obst zu tragen und die Vitalität zu stärken.

Ein Jahr nach dem starken Rückschnitt hat er wieder getrieben.
Stark getrieben.
Sehr stark sogar.
Über und über voll mit senkrechten Wassertrieben. Das war so jetzt aber nicht geplant!

Neben dem viel zu starken Rückschnitt von Obstbäumen gibt es noch einige andere, im nachhinein sehr ärgerliche Fehler.

Dieser Artikel soll dir zeigen, wie du einige im Voraus vermeiden kannst. Damit du deinem Obstbaum (und vor allem dir) eine Freude machst.

1. Der Obstbaum sieht aus wie ein Besen



Wassertriebe. Überall. (Die Einleitung, du erinnerst dich…)

Was ist passiert?

Dein Obstbaum folgt nur einem DER Wuchsgesetze des Obstbaumschnitts: Schneidest du stark zurück, treibt der Obstbaum stark aus.

Du hast zu viel geschnitten. Zu viel Masse der Krone ist runtergekommen.

Regelmässiger Schnitt ist notwendig für einen Obstbaum, um gutes und vor allem regelmässig Obst zu bringen. Aber: dabei darfst du es nicht übertreiben.

Eine Faustformel meinerseits: schneide nicht mehr als 20-30 % des Kronenvolumens runter, wenn du deinen Obstbaum noch nicht kennst und nicht weisst, wie heftig er auf Schnittmaßnahmen reagiert. Es gibt viele Ausnahmen von dieser Regel, aber als blutiger Anfänger: Lieber langsam starten. Runter geht immer, rauf nimmer!

Und die vielen Wassertriebe? Die kriegst du über mehrere Jahre mit einem Sommerschnitt wieder in den Griff. Besser: Gar nicht erst so weit kommen lassen.

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Lösung
Nicht zum Schnitt-Berserker mutieren. Klares Ziel und maximale Schnittmenge festlegen und sich dann daran halten!

2. Der Obstbaum sieht nicht aus wie ein Besen

Das Gegenteil und direkt eine Ausnahme von Fehler Nr. 1.

Das ist vor allem beim Steinobst (Kirsche, Pflaume, Mirabelle und Co.) ein Problem. Beispielsweise das Steinobst, denn dieses vergreist sehr gerne. Es kann sein, dass die vergreisten Obstbäume sehr viel Früchte tragen, da sie viel Fruchtholz haben. Aber die Früchte bleiben klein oder kommen erst gar nicht komplett zum Ausreifen.

Vergreisung hat mehrere Folgen:

    • die fruchttragenden Äste werden weniger und von schlechterer Qualität, da sie überaltern
    • es gibt kaum noch Neuaustrieb, der in Zukunft das qualitativ hochwertige Fruchtholz bilden kann
    • der Obstbaum verdichtet sich, es dringt kaum noch Sonnenlicht nach innen und die inneren Partien sterben so langsam ab

Hier ist eines wichtig: Das dein Obstbaum überhaupt mal wieder geschnitten wird.

Durch den Schnitt bildet er wieder neue Triebe, die in Zukunft dein neues Fruchtholz bilden. Denn die meisten Obstarten tragen am 2-3 jährigen Fruchtholz das beste Obst. Nur: dazu muss es auch regelmäßig „frisches“ Fruchtholz geben. Da besteht auch der Zusammenhang zu Fehler Nr. 1.

Zu viel Schnitt: ergibt viele Wassertriebe (die auch mal Fruchtholz werden können, aus Wassertrieben kannst du über Abbinden auch Fruchtholz bilden, ist aber genug Stoff für einen eigenen Beitrag.)
Ein angemessener Schnitt: ergibt zukünftig wertvolles Fruchtholz.

Bei solchen Obstbäumen kannst du auch von der „30 % Regel“ etwas abweichen. Aber die Betonung liegt auf „etwas“. Das legitimiert dich jetzt nicht, die komplette Krone wegzuflexen!

Nochmal: Bist du noch unsicher mit dem Obstbaumschnitt, geh‘ die Sache erstmal langsamer an. Runter geht immer, rauf nimmer. (Den Spruch finde ich gut, merkste? 😉 )

Lösung
Überalteten Obstbäumen einen kräftigen Rückschnitt verpassen, damit sie wieder neues und frisches Fruchtholz bilden.

3. Stumpfes Werkzeug

Schonmal im Restaurant mit einem stumpfen Messer gegessen? Ziemliches Gemurkse, gell?

Nicht anders ergeht es dir beim Obstbaumschnitt, wenn du mit einer stumpfen Astsäge oder Astschere antrittst.

Es dauert alles viel länger, es gibt wahnsinnig unsaubere Ergebnisse, tut dir und deinem Obstbaum weh. Wirklich.

Denn wenn du viele Obstbäume nacheinander schneidest, und ewig brauchst, bis du bei einem Ast durch bist, fällt dir irgendwann das Handgelenk ab. Oder dir geht die Puste aus.

Beim Obstbaum erzeugst du unsaubere, fransige Wunden, die schlecht verheilen. Du erzeugst super Eintrittswunden für Pilze und anderes Zeugs, was du definitiv nicht in deinem Obstbaum haben möchtest.

Damit kannst du so manche Aspach Uralt-Rostschere von Opa mit Opa zusammen in die Rente schicken. Zeit für eine Neuinvestition. Entweder in eine neue Astsäge oder -schere. Oder in gutes Schleifmaterial. Teuer muss dein Werkzeug nicht sein. Aber sauber und scharf. Wo war nochmal der nächste Wetzstein?

Lösung
Erklärt sich in diesem Fall von selbst ;).

4. Der falsche Zeitpunkt für den Obstbaumschnitt

Im Herbst ist das Obst runter und jetzt ran an den Apfelbaum? Nope!

Der Herbst ist für mich die ungüntisgste Zeit für den Obstbaumschnitt, ebenso wie der frühe Winter. Der Obstbaum bereitet sich in dieser Zeit auf die Winterruhe vor und verlagert neben den Nährstoffen auch die abwehrstoffe aus den Blättern in Wurzeln und Stamm.

Grundsätzlich muss ein Obstbaum ganzjärig mit einem Schnitt klar kommen. Denn was passiert dem Obstbaum wenn ein Ast natürlicherweise abbricht?

Dann muss er sich auch gegen Schädlinge von aussen wehren können.

ABER: wir möchten mehr von unserem obstbaum als seine blosse Existenz. Im betsen Fall regelmäßig Obst und hochwertiges Obst. Diese Leistung, die wir wollen, sollten wir dementsprechend unterstützen.

Im Jahresverlauf gibt es zwei Hauptschnittzeiten für Obstbäume. Den Winterschnitt für einen kräftigen Aufbau von jungbäumen und vergreiste Obstbäume und den (erweiterten) Sommerschnitt für viele Steinobstarten und starkwüchsige Obstbäume.

Ich schneide den Winterschnitt sehr spät, Richtung Frühjahr. Bedeutet, wenn der Obstbaum aus der Winterstarre so langsam aufwacht und die Abwehrstoffe wieder nach oben wandern. Den Sommerschnitt gibt es bei mir erst (ausser den Juniriss) erst nach Bildung der Terminalknospe und vor Eintreten des Herbstes.

Lösung
Achte auf die Jahreszeiten beim Obstbaumschnitt. Die zwei Hauptzeiten sind der Winterschnitt (später Winter Richtung Frühjahr) und der Sommerschnitt (Erscheinen der Terminalknospe).

5. Jeden Obstbaum gleich schneiden

Es kommt auf Art, Form und Unterlage an.

Daher: Äpfel nicht mit Birnen (und schon gar nicht mit Pfirsich) vergleichen.

Das gilt nciht nur für das Obst, sondern auch die dazugehörigen Obstbäume. Beim Obstbaumschnitt kommt es auf mehrere Faktoren an:

    • Obstart, vor allem der Unterschied Steinobst und Kernobst (Sauerkirsche, Mirabelle, Apfel, etc.)
    • Unterlage , bestimmt die „Endgröße“ des Obstbaumes, versuche nicht, Obstbäume, die groß werden mit Schnitt klein halten zu wollen (siehe Punkt 11) !)
    • Obstbaumalter , denn je nach Alter des Obstbaumes werden andere Maßnahmen erforderlich (Pflanzschnitt, Erziehungsschnitt, Erhaltungsschnitt, Ertragsschnitt, Verjüngungsschnitt)
    • Obstbaumform, wie Pyramide, Oeschbergkrone, Spalierbaum, Säulenbaum…

Schau dir daher erstmal deinen Obstbaum in Ruhe an, bevor du den ersten Schnitt setzt. Überlege dann, welcher Schnittart jetzt passt.

Lösung
Schau vor dem Obstaumschnitt genau: welche Obstbaumart hast du? Wie alt ist dein Obstbaum? Welche Kronenform haben vorherige Generationen und Besitzer schon angestrebt?

6. Den Nachbarn vom Onkel vom Vater fragen, wie es geht

Ausser er hat richtig Kompetenz. Aber weil irgendjemand irgendjemanden kennt, heisst das noch lange nicht, dass auch die Obstbaumschnitt-Kompetenz vorhanden ist.

Wenn du nicht selbst deinen Obstbaumschnitt machen möchtest, bitte, bitte, bitte nimm jemanden, der es kann.

Informiere dich selbst und mach dich schlau, bzw. achte auf die Kompetenz derjenigen, die du an deinen Obstbaum lässt.

Schau dich mal in deiner Gegend um, welche Obstbäume du als schön geschnitten empfindest. Frage die Besitzer, wer den Obstbaumschnitt für sie durchgeführt hat.

Lösung
Es gibt viele fähige Obstbaumschneider da draussen. Entweder werde selbst einer oder bleib hartnäckig bei der Suche!

7. Äste oberseitig abschneiden

Uhhh, ganz böse. Den Ast nach oben hin parallel zum Boden absägen. Bildet nämlich Eintrittsfpforten für Regenwasser.

Fault ganz gerne mal.

Willste nicht!

Vorsorgen ist angesagt: solltest du deinen obstbaum zu stark geschnitten haben und er viele Wassertriebe hat, entferne diese frühzeitig, einen Teil kannst du im Juni einfach ausreissen. Oder im Folgejahr schneiden, solange die oberseitigen Wunden klein bleiben.

Wenn es sich auf gar keinen Fall vermeiden lässt größere Äste oberseitig zu entnehmen schneide den Ast etwas schräg auf den Astring ab, damit das Regenwasser ablaufen kann bzw. damit das Wasser nicht in der Wunde stehen bleibt.

Lösung
Vermeide möglichst, dass der Obstbaum Wasserschosser treibt. Achte darauf, das oberseitige Wunden so klein wie möglich bleiben (Stichwort Juniriss).

08. Äste nicht auf Astring schneiden

Schon mal was vom Astring gehört?

Nee, der ist jetzt nicht gekommen, sie alle zu knechten…sondern zeigt die, wie bei einer Schneidlinie im Kindergarten, wo du einen Ast sauber vom Obstbaum abtrennen kannst. Damit die entstehende Wunde bestmöglich verheilen kann.

Denn: Am Astring befindet sich besonders viel Kambium (fancy Wort für teilungsfähiges Gewebe, dass nach innen bei Bäumen das Holz bildet und nach aussen die Borke). Wenn du es hinbekommst, den Ast sauber vor dem eigentlichen Astring abzutrennen, hat der Obstbaum die Möglichkeit, die Wunde komplett zu verheilen.

Schneidest du zu weit davor oder gar in den Astring selbst, bleibt die Wunde lange oder sogar immer offen. Eine Einladung für allerlei Schädlinge.

Lösung
Schnitt auf den Astring. Überraschung!

09. Entlastungsschnitt vergessen

Du schneidest den Ast einfach ab.
Denkste!
Wenn du Pech hast, schlitzt dir der Ast weg, und wenn du nahe am Stamm schneidest, hast du direkt eine große, schlecht verheilende Wunde.

Bei größeren Eingriffen gilt: erstmal runter mit dem Gewicht. Dazu schneidest du ein großes Stück von der eigentlichen Schnittstelle entfernt den Ast ab. Erst unten mit einem Entlastungschnitt und dann oben komplett weg. Sollte er dabei Schlitzen (was je nach Obstsart und -sorte und bei tieferen Temperaturen passieren kann) hast du einen Sicherheitsabstand zum Stamm oder dem nächsten Ast.

Erst dann schneidest du vorhandenen Stummel sauber auf Astring ab, du weisst ja jetzt wie. 😉

Lösung
Erstmal Gewicht weg, dann auf Astring schneiden.

10. Wundmittel

Kontrovers diskutiertes Thema.

Ich bin kein Fan von Wundverschlussmitteln. Denn der Baum slebst jat ein gutes Heuilpotential. Vorausgesetzt, du schneidest nicht so große Wudnen (PunkXX) und schneidest nicht oberseitig.

Die Nachteile der Wundvershclussmittel: du musst EXTREM sauber arbeiten und alles verschliessen. Lässt du eine kleine Lücke übrig, kann ein Pilz eindringen. Der dann hinter dem Wundverschluss eine ideale Brutstätte findet, wenn auch das Wasser eindringt.

Dazu kommt, dass der Obstbaum wächst, und sich die Wunde auch „bewegen“ kann, wenn sie zurücktrocknet. Du musst daher den Wundverschluss nach einigen Wochen erneuern, da er je nach Mittel, recht unelastisch wird.

Was bei größeren Aufträgen dazu kommt: die fehlende Zeit für das Verstreichen. Wenn du am Tag im zweistelligen Bereich Obstbäume schneidest, und das mehrere Tage bis Wochen, kommst du mit dem Verstreichen nicht mehr hinterher.

Lösung
Einfach weg lassen.

11. Einen großen Obstbaum durch Schnitt klein halten wollen

Obstbaum gepflanzt.
Obstbaum gewachsen.
Obstbaum nach ein paar Jährchen zu groß für deinen Vorgarten.

Jetzt willst du den Obstbaum wieder klein kriegen, durch einen radikalen Rückschnitt. Soll er mal gucken, wer hier der Boss ist.

Diese Methode hält genauso lange, wie dein Obstbaum in Triebruhe ist. Sobald er treibt, kommt wieder DIE Obstbaumschnitt-Regel zum tragen: ein gesunder Obstbaum reagiert auf starken Rückschnitt mit starkem Austrieb.
Nach dem direkten Obstbaumschnitt ist er zwar klein. Aber im nächsten Jahr treibt er dafür umso mehr aus.

Einen Obstbaum wirst du über einen Schnitt nicht klein halten. Denn jeder Obstbaum hat eine genetische „Endgröße“, die er erreicht. Wie bei uns Menschen, wir können bei 90 cm auch nicht einfach „Stopp“ sagen. Warum auch?

Nur: bei Obstbäumen ist diese Endgröße ganz stark von der Unterlage abhängig. Vom kleinen Obstbaum (ca. 1,2 m) auf dem Balkon bis zum landschaftsprägenden Birnbaum mit 12 m Endhöhe und mehr ist alles dabei.

Deswegen ganz wichtig: Achte beim Kauf deines Obstbaumes darauf, auf welcher Unterlage er veredelt ist. Und wie gross dein Obstbaum damit letztendlich wird.

Lösung
Beim Kauf schon auf die richtige Unterlage achten. Denn die bestimmt die Endgröße. Schwachwachsende Unterlagen sind dann deine Wahl bei wenig Platz, und für den kleinen Garten lieber Säulen- und Buschbäume oder Zwergobstbäume kaufen.

12. Das Fruchtholz komplett rausschneiden – Garantie für 0 Obst

Der Obstbaum sieht so knorrig aus, und die langen, dünneren Triebe gefallen dir nicht. Also weg damit.

Tja, damit habe ich schlechte Neuigkeiten für dich: an diesen langen, eher dünnen Trieben wächst das Obst. Das Zeug heisst nicht umsonst Fruchtholz.

Schneidest du alles davon raus, hat der Obstbaum im nächsten Jahr kein Obst. Denn die allermeisten Obstarten bilden am 2 bis 3-jährigen Fruchtholz die Blüten, und damit die Früchte. Dazu muss das Fruchtholz aber erstmal 2-3 Jahre alt werden. Schneidest du ihm jedes Jahr alle jungen Triebe ab, hat er keine Chance Früchte zu bringen.

Lösung
Lerne, welche Triebe am Obstbaum Fruchtholz und Fruchttriebe sind und belasse immer einen Teil davon nach dem Schnitt.

14. Schneiden, wenn es zu kalt ist

So wie du im Winter wenig Lust hast, draussen zu arbeiten (glaub mir, nach kurzer Zeit sehr unangenehm) macht deinem Obstbaum bei tiefem Frost der Obstbaumschnitt auch keinen Spass.

So wie wir bei Kälte auch deutlich steifer und ungelenker werden, wird das Holz bei deinem Obstbaum deutlich spröder. Der Ast, denn du absägst, schlitzt schneller weg, was zu unschönen Wunden führen kann.

Warte damit lieber, bis du dich selbst wieder gerne vor die Tür traust.

Lösung
„Musst du dich zu dicke kleiden, tu‘ den Obstbaumschnitt vermeiden.

13. Anschneiden statt Abschneiden bei Wassertrieben

Ein älterer Obstbaum hat nach starkem Rückschnitt viele Wasserschosse getrieben. Nun gehst du hin, und schneidest alle Wassertriebe an.

Statt einige wenige, größere komplett ab.

Was passiert nun beim nächsten Austrieb? Da Wassertriebe sehr steil wachsen, treiben an der Spitze jedes angeschnittenen Wassertriebes mehrere Knospen stark aus (Gesetz der Spitzenförderung). Nun hast du Wassertriebe auf den Wassertrieben. Dein Obstbaum wird noch dichter und sieht noch mehr nach Besen aus.

Der Fruchtansatz leidet ebenso, da die steil wachsenden Triebe länger brauchen als flach wachsende Triebe, um in den Ertrag zu kommen.

Lösung
Schneide einige größere Wassertriebe komplett raus, als jeden Wassertrieb anzuschneiden. Die Betonung liegt auf einige, denn die Korrektur benötigt mehrere Jahre was uns schon zum nächsten Fehler führt:

15. Ungeduld

Ein Hochstamm-Obstbaum kann locker über 80 Jahre werden.

Einmal beim Pflanzen schneiden reicht nicht aus!

Einen Obstbaum zu pflegen ist keine einmalige Angelegenheit, sondern jahrelange Verpflichtung. Aber keine Angst: Wenn du in den ersten Jahren sauber und regelmäßig arbeitest, erleichterst du dir die folgenden Jahre enorm. Wenn nicht, na, dann können Jungbäume schnell mal aussehen wie auf dem Bild, und damit wieder mehrere Jahre der intensiven Pflege in Anspruch nehmen.

Die Umstellung von überalterten und vergreisten Obstkronen ist nicht von heute auf morgen machbar. Obwohl, machbar schon, aber wenn du in einem Jahr die Arbeit von 3 bis 4 Jahren machen möchtest, ziehst du dir nur die Wassertriebe für die nächsten Jahre. Und damit einen Haufen zusätzlicher Arbeit.
Es macht kaum einen Unterschied, ob du die Krone langfristig über mehrere Jahre umstellst, oder in einem Jahr radikal vorgehst. Die Folgejahre hast du trotzdem zu tun.

Lösung
Sei es die jahrelange Erziehungsarbeit an einem Jungbaum oder die jahrelange Umstellung von alten, ungepflegten Obstbäumen, in beiden Fällen ist Geduld, Spucke und ein etwas längerer Atem nötig.

Fazit

Beim Obstbaumschnitt kannst du deinen Obstbaum ordentlich vermurksen.

Aber: jeder Fehler ist eine neue Möglichkeit, zu lernen.
Manche Fehler lassen sich schnell beheben (neues Werkzeug), andere müssen über Jahre korrigiert werden (Wassertriebe). Dennoch bist du meist danach schlauer als vorher, wenn du mit einem offenen Geist und Auge heran gehst.

Aus welchen Obstbaum-Schnitt Fehlern konntest du schon lernen? Schreib‘ es gerne in die Kommentare!

Lösung
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