Wo hängt das Obst am Apfelbaum? Die Fruchttriebe des Apfels erklärt

Fruchtholz, dieser Begriff beschreibt einfach nur die blüten- und damit fruchttragenden Teile im Apfelbaum. Doch die einzelnen Fruchttriebe unterschieden sich noch einmal deutlich voneinander. Neben der Form auch in der Qualität der Früchte, die sie bilden. Was genau sind die Unterschiede? Und wie sehen die Triebe im Apfelbaum aus?

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Lang- und Kurztriebe

Triebe stellen die einjährigen Abschnitte im Baum dar. Die erste, grobe Einteilung unterteilt sie in Lang- und Kurztriebe.
Was jedoch als lang oder kurz gilt, kann von Baum zu Baum, teilweise sogar am Baum selbst von Jahr zu Jahr variieren.

Langtriebe:
Je nach Sorte und Unterlage können diese zwischen 20 cm bis über einen Meter groß werden. Wichtiger jedoch als die Länge ist die Funktion. Langtriebe am Apfelbaum besitzen meist ausschließlich Blattknospen, und sind somit für das Wachstum des Baumes verantwortlich.

Eine Sonderform der Langtriebe sind die sogenannten „Wasserschosse“. Meist nach starken Schnitteingriffen, schießen einige Triebe (Manchmal auch viele) in die Länge und können beträchtliche Ausmaße erreichen.

Kurztriebe:
Kurztriebe sorgen für die Früchte am Baum. Sie sind meist deutlich kürzer als die Langtriebe und bilden neben Blattknospen auch Blütenknsopen aus.
Die Summer der Kurztriebe am Baum ergibt das Fruchtholz.
Eingeteilt werden diese nach Länge und entsprechend dem Alter des Astabschnittes, an denen sie vermehrt vorkommen.

Unterschiedliche Kurztriebe nach Länge und Alter des Astabschnittes am Apfelbaum sind:

    • Fruchtruten
    • Fruchtspieße
    • Ringelspieße

Fruchtruten

Rute steht für einen beigsamen Zweig. Und das sind die Fruchtruten auch. Sie sind die längsten Triebe des Kurztriebe, und erreichen je nach Sorte und Baum zwischen 10 – teilweise 40 cm. Die Blattknsopen stehen etwas weiter auseinander als beim Fruchtspieß.

Die ersten Fruchtruten bekommt der Apfelbaum am 2-jährigen Holz. Und bildet damit eine super Basis für gutes Obst. Denn an einer Fruchtrute stehen sehr viele Blätter relativ wenigen Blüten und damit Früchten gegenüber. So ist die Versorgung der Früchte optimal, und viel Photosynthesefläche sorgt für die Entwicklung der Früchte.

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Fruchtspieße

Beim Fruchtspieß ist der Name Programm. Ein sehr kurzer Trieb, mit meist einer Blütenknsope an der Spitze. Sieht eben aus wie ein Spieß. Oft wachsen diese auch aus bzw. neben einem Fruchtkuchen. Sie sorgen auch für gutes Obst, obwohl schon deutlich weniger Blätter auf die Versorgung von relativ gesehen mehr Früchten trifft.

Ringelspieß

Ringelspieße erhalten ihren Namen durch ihr langsames Wachstum, da sie nur wenige Millimeter im Jahr wachsen. Die Ringelung entsteht durch das sehr nahe aneinanderstehen der Blätter. Wenn diese abfallen, bleiben Narben zurück und ergeben das Ringmuster.

Fruchtkuchen

Am Fruchtkuchen hing…die Frucht, bzw. ihr Stiel. Eigentlich sehr ähnlich wie beim Menschen. Durch die Entwicklung der Frucht und den damit einhergehenden Hormonaustausch zwischen Frucht und Baum verdickt die Ansatzstelle und ein Fruchtkuchen entsteht. Schwanger, sozusagen. Beim Apfel, und vor allem bei der Birne sehr gut zu erkennen.

An den Fruchtkuchen entstehen meist wieder neue Fruchtspieße oder Blüten.

Quirlholz

Der Opa unter dem Fruchtgehölz. Quirlholz entsteht, wenn die anderen Fruchttriebe weiter wachsen und sich weiter verzweigen. So verleiht es dem Baum ein knorriges Aussehen. Auf dem Quirlholz tummelt sich fast alles, Fruchtspieße, Fruchtkuchen, Blätter und Blüten.

Dieses bunte Mischmasch sorgt für eine recht große Anzahl an Blüten, und damit recht viele Äpfel, jedoch stehen dem egenüber relativ wenig Blätter zur Versorgung der Früchte. Die vielen Früchte bleiben meist eher klein.

Dazu kommt, das es meist aufgrund des Alters in den inneren Abeteilungen eines Apfelbaumes anzutreffen ist, und damit eher weniger der Sonne und dem Wind ausgesetzt. Daher reifen die dort entstehenden Früchte auch oft schlecht aus, wenn nicht für eine Belichtung durch Schnittmaßnahmen gesorgt wird.

Wenn man vom alten, abgetragenem Furchtholz spricht, dann allermeistens vom Quirlholz. Nimmt das Quirlholz überhand, und gibt es kaum jüngeres Fruchtholz wie, z.B. Fruchtruten, nennt man den Baum vergreist. Dann ist es wichtig, einen Auslichtungs- bzw. Verjüngungsschnitt zu machen, um den Baum wieder dazu zu bewegen, neues Fruchtholz zu bilden und damit auch wieder bessere, qualitativ hochwertigere Früchte.

Nun zu dir

Also los, zur nächsten Streuobstwiese oder in deinen Garten zu deinem Apfelbaum. Mit Sicherheit erkennst du nun die verschiedenen Fruchttriebe in deinem Baum.
Und bei Fragen? Immer gerne schreiben.

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